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Nachdem die letzjährige Tour in die Rhön kräftig ins Wasser gefallen war, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, die tolle Gegend im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen nochmal bei gutem Wetter zu erleben. Also planten wir eine Sommertour im Juli, da wird das Wetter doch bestimmt klasse sein. Aber als Sven Plöger, der Wetterprophet des WDR, am Mittwochabend für die kommenden 3 Tage einen Wettereinbruch mit viel Regen vorhersagte, sank die Vorfreude auf das Wochenende schon sehr bei so manchen Freunden.
Wir trafen uns nach und nach in Mülheim beim Dealer und fuhren dann in drei Gruppen, angeführt von Wolfgang, Stefan und Uwe auf unterschiedlichen Wegen am Donnerstag nach Hünfeld zum Best Western Hotel von Kai und Daniela Gelhausen. Pünktlich zum Start unserer Gruppe fing es leicht an zu nieseln, so daß sich der ein oder andere schon fragte, ob es nicht besser sei, die Regenkombi anzuziehen? Aber trotz manchmal bedrohlich aussehender Wolken, blieb es während der gesamten Fahrt trocken und so war auch schon die Anreise eine landschaftlich tolle, abwechslungsreiche Tour zu unserem Ziel in die Rhön, ausreichende Pausen zur Stärkung und zum Verzehr so mancher Leckerei eingeschlossen.
In Hünfeld angekommen, empfingen uns Daniela und Kai in der Tiefgarage, sehr erfreut, uns wieder zu sehen, mit einem kühlen Bier (oder auch zwei). Nach kurzer Einweisung über die aktuellen Rahmenbedingungen im Hotel trafen wir uns dann am Abend zum gemeinsamen Abendessen und abschließenden Bierchen, Weinchen oder sonstigem Absacker. Die Anfahrt hat schon mal gepaßt und trocken war es auch. Leider hat auf den letzten Metern, vor Erreichen des Hotels, Angelika’s Bike der Fehlerteufel erwischt. Das Radlager des Vorderrades hat geräuschvoll seinen Dienst aufgegeben. Kurzerhand wird überall rumtelefoniert und ein Plan ausgeheckt, wie am Freitag die Reparatur des Vorderrades möglichst zügig vonstatten gehen kann.
Am Freitagmorgen geht es nach einem ausgedehnten Frühstück mit Hembo, dem Head Road Captain des Fulda Rhön Chapters, in die Gegend rund um den Vogelsberg. Die Truppe ist mit 18 Motorrädern schon mächtig groß, so daß Hembo entscheidet, die Straßenkreuzungen durch unsere Roadcaptains blocken zu lassen. Uwe und Angelika kümmern sich derweil um die Beschaffung und den Austausch des Radlagers, damit die Sommertour nicht schon endet bevor sie richtig begonnen hat. Gott sei Dank hat der Fuldaer Dealer noch ein passendes Radlager vor Ort und Uwe und Angelika können wenigstens auch noch am Nachmittag eine kleine Tour fahren. Hembo bringt uns, nach kurzer Behebung eines kleinen Navi-Problems, in Richtung Vogelsberg durch typische Bauerndörfer, deren Häuser teils mit Schiefer und teils mit Holzschindeln verkleidet sind. Obwohl ich den Eindruck nicht los werde, daß wir uns ständig um den Ort Alsfeld herumbewegen, haben wir doch am Ende des Tages eine Menge Kilometer abgerissen, und das ohne einen Tropfen Regen. Auf dem höchsten Punkt der Tour, auf dem Hoherodskopf bei Schotten, haben wir sogar eine Fernsicht bis zur Skyline von Frankfurt. In der Hotelgarage angekommen, lacht uns nicht nur das wohlverdiente erste leckere Bier sondern auch Angelika und Uwe an. Das Vorderrad ist repariert und die Feuertaufe der ersten Ausfahrt hat das Lager auch bestanden. Jetzt sollte nichts mehr schief gehen. Duschen, Ausruhen, Abendessen und den Abend bei netten Gesprächen und leckeren Getränken langsam ausklingen lassen. Morgen soll es schon wieder keinen Regen geben und sogar die Sonne scheinen.
Am Freitagabend sind auch noch Daniela, Georg und Gereon angereist. Georg hat seinen neuen “Dampfhammer” gleich mitgebracht. 144 Kubikinch erzeugen schon mächtig Druck aus den Auspuffrohren. Da bekommt man schon beinahe Herzrhythmusstörungen. Hembo will heute mit uns durch die Rhön fahren, während einige die Chance nutzen und die Wartburg besichtigen und den Thüringer Wald abgrasen wollen. Und so setzt sich der Tross gegen 10:00 Uhr in Bewegung. Das Wetter ist ideal zum Motorradfahren, nicht zu heiß, nicht zu kalt aber vor allem beschert das Wetter uns trockene, griffige Straßen. Da wird so mancher Reifen schon richtig heiß und klebt auf der Fahrbahn. Beeindruckende Landschaften rauschen an uns vorbei – gut, daß Daggi und Marina uns die Eindrücke in tollen Fotos einfangen. An dieser Stelle sei einmal ein großer Dank ausgesprochen an die fleißigen Damen, die uns immer wieder mit tollen Fotos unsere schönen Touren “auf Zelluloid bannen”. Ausgiebige Pausen unterwegs sorgen dafür, daß verbrauchte Energie natürlich ständig aufgefüllt werden kann und so die “Corona-Plauze” auch nicht kleiner wird. Aber wir sind ja hier nicht bei einer Schlankheits-Kur.
Am Abend treffen sich alle wieder in der Garage, trinken das traditionelle Willkommen-Bier und freuen sich schon auf das Barbecue. Spare Ribs, Steaks, Pulled Pork, Fisch, Salate aller Art und Dessert lassen heute keinen Wusch offen. Als die gefräßige Stille so langsam einsetzt, steht Michael auf und erinnert uns daran, daß wir alle nicht nur perfekte Biker sind sondern auch so manche kleinen Fehler haben. Wie wir mittlerweile wissen, ist das die Einleitung für unsere Charity-Spendenaktion. Ich frage mich immer, wie Michael sich so spontan all unsere Fehler merken kann? Jedenfalls ist es immer lustig, was ihm so einfällt. Bereitwillig werden die Schatullen geöffnet und am Ende kommt wieder ein stattlicher Betrag zustande. Die Kinderkrebsklinik wird sich darüber freuen. Vielen Dank an alle!
Der letzte Abend naht für die meisten von uns und so finden viele an dem lauschigen Abend kein Ende. Aber schließlich brauchen wir alle einen Happen Schlaf, denn morgen gibt es noch eine schöne Heimfahrt. Nur Marina und ich bleiben noch einen Tag länger, da wir am Sonntag noch Freunde im benachbarten Rasdorf besuchen wollen. Wir verbinden den herrlichen Sonnentag mit einem Abstecher nach Fulda – eine wirklich schöne Stadt, wie sich herausstellt. Einen Abstecher dorthin kann ich nur jedem empfehlen, der die Stadt noch nicht besucht hat.
Unser Abschiedsabend gestaltet sich natürlich gänzlich anders als die Abende mit Euch allen. Wir lesen Eure Chats, die Ihr auf der Heimfahrt so gepostet habt und sitzen so ziemlich einsam im Hotel. Der schöne Tag in Fulda und bei Freunden hat uns natürlich für einiges entschädigt aber es ist wie immer: nach dem Event ist alles öde.
Es war ein schönes Wochenende mit Euch. Wer hätte nach dieser Wettervorhersage von Mittwoch gedacht, daß uns so ein tolles Wetter an allen Tagen beschert wird? Aber das hatten wir uns auch verdient, oder?
Für die Mädels heißt es jetzt: Nach der Tour ist vor der Tour. Am kommenden Wochenende findet die LOH-Tour statt. Ich wünsche Euch Mädels ein ebenso schönes Wetter und ein paar tolle Tage.
Und uns allen wünsche ich einen schönen Sommer mit vielen tollen Touren!
Bleibt alle gesund!
Euer Editor