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“Völkerverständigung auf zwei Rädern”

In der Zeitung (Rheinische Post) wurde auch schon darüber berichtet: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckelhoven/voelkerverstaendigung-auf-zwei-raedern-aid-1.6887847

#R4S #Ride4Solidarity

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Prolog

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Am 06. Juli 2017 feiert die jüdische Gemeinschaft die Eröffnungszeremonie der 20. Makkabi World Games in Jerusalem. Erwartet werden über 10.000. Athleten aus insgesamt 80 Ländern, die in 43 Sportarten gegeneinander antreten werden. Dafür machen sich 20 jüdische und nichtjüdische Motorradfahrer aus neun Staaten der Erde auf den Weg nach Israel.

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Die Biker habe sich zum Ziel gemacht, zur Unterstützung des Staates Israel aufzurufen und ein Zeichen gegen Antisemitismus und Diskriminierung zu setzen.

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Zu diesem Zweck werden zwanzig Frauen und Männer in London ihre Motorräder besteigen und im Corso drei Wochen lang in dutzenden Etappen, 5.000 Kilometer und 10 Länder passieren.

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Quelle: Leonid Rosenthal, Jüdische Rundschau, 03.03. 2017

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So weit, so gut, aber wie schlage ich jetzt eine verständliche Brücke zum 5th Season Chapter und seiner Verbindung zu dieser Aktion?

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Der Reihe nach. Irgendwann im April sprach mich Dr. Wolfgang Wegner, Präsident des Kölner Automobil Clubs von 1900 im AvD an, und fragte nach, ob wir Harley Fahrer nicht eine jüdische Bikergruppe, die auf ihrem Weg nach Israel auch in Köln Halt machen, ein Stück des Weges begleiten wollen. Ich fragte nach weiteren Zusammenhängen und erfuhr etwas über den historischen Motorradbau in Köln, einer Organisation namens TuS Makkabi Köln e.V. und der aktiven Unterstützung des Deutschen Hochadels bei dieser Aktion mit der Überschrift: Ride4Solidarity.

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Das alles machte mich so neugierig, dass ich Dr. Wegner zum nächsten Stammtisch einlud, um uns dieses spannende und faszinierende Projekt näher zu erläutern. Sein Vortrag fand große Resonanz, und so ganz nebenbei „outete“ sich unser Member Wolfram als ein ehemaliger Student von Dr. Wegner und unser Assistant director Wolfgang toppt das ganze noch mit dem Hinweis, dass er, als ehemaliger junger Hochleistungssportler (Zehnkampf!!) selbst zweimal an diesen Makkabi World Games in den 70 er und 80 er Jahren teilgenommen hat. Wolfgang, bitte Fotos!! Ist es nicht der Wahnsinn, wie bunt und faszinierend die Welt immer noch ist, wenn man sich aufrafft über den berühmten Tellerrand zu schauen!? Makkabi World Games und Historischer Motorradbau Köln, waren mir bis dato jedenfalls vollkommen unbekannt.

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Nach dem Vortrag meldeten sich direkt einige Member, um mir zu sagen: “ich mache mit!“ und bis zum Start der Aktion am 14.06. waren es stolze neunzehn 5th Season Harleys –  und einundzwanzig Member, die sich um 12:00 Uhr mittags bei HD in der Schanzenstrasse sammelten. Dazu kamen bei hoch sommerlichen Temperaturen noch zwei sympathische Biker von den Ducatistis Köln, der historische Motorradzug mit Bagagejeep der Malteser Köln, aber auch einige andere historische Motorräder, als Vertreter des legendären Kölner Motorradbaus, die uns von Herrn Nordmann, einem bekannten Industriehistoriker aus Köln präsentiert wurden. Die fahrzeugtechnische Krönung war aber sicher ein imposanter, schwarzer Lagonda aus den 30 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, stilvoll chauffiert von Dr. Wegner. Eine derartige Mischung von Fahrzeugen haben die alten Backsteinmauern der Schanzenstrasse bisher sehr selten, oder überhaupt noch nicht gesehen. Dieser ganze Tross setzte sich um 13:00 Uhr, angeführt vom Head Road Captain Wolfgang in Bewegung. Das Tagesziel war Haus Hall in Hückelhoven, dem Stammsitz des Barons Max Freiherr Spies von Büllesheim, denn hier sollte auch die Israelische Motorradgruppe um ca. 14:30 Uhr, von Berlin kommend, eintreffen.

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Das herrliche Anwesen derer von Büllesheim erreichten wir gegen 14:00 Uhr und wurden von einem sehr lockeren und sympathischen Baron und seiner Familie herzlich empfangen. Man muss wissen, dass der Baron eine ganz besondere Beziehung zu Harley-Davidson hat, war es doch sein Großvater der um 1914 herum als erster eine Harley nach Köln mitbrachte! Nach einem herzhaften Lunch, sowie Kaffee und Kuchen, war erst einmal warten auf die Israelis angesagt. Gegen 16:00 Uhr passierten diese dann endlich die Toreinfahrt und konnten ihre Bikes auf dem weitläufigen Hof vor dem imposanten Gebäude abstellen und sich ebenfalls mit Getränken etc. versorgen. Wolfgang Krymalowski vom TuS Makkabi Köln e.V. einer der Hauptorganisatoren, begrüßte zusammen mit Baron Freiherr Max Spiess von Büllesheim die Gäste, um auch schon kurz danach alle zum Aufbruch nach Köln zu bitten, wo die Synagoge in der Roonstrasse unser nächstes Ziel war. An dieser Stelle begann dann auch die nervliche Meisterleistung unseres HRC Wolfgang, aber auch den beiden RC Thomas und Andreas. Galt es doch diesen Tross von fast 70 Fahrzeugen, bestehend aus Motorrädern aller Epochen, und ebensolchen PKW‘s bei sengenden Temperaturen erst über die Autobahn, und dann noch durch den Berufsverkehr der Kölner Innenstadt zu lotsen. Gott sei Dank ging alles gut, und Schweiß gebadet konnten wir auf dem engen Hof der Synagoge so gegen 18:00 Uhr unsere Bikes abstellen. Sogar Dr. Wegners Lagonda fand noch seinen Platz. Vor dem Geschichtshistorischem Hintergrund dieses imposanten Gebäudes wurden wir doch alle etwas ruhiger und besonnener, wozu sicher auch die kurze Besichtigung des eigentlichen Gebetsraumes beitrug. Sicher nicht nur für mich ein einmaliges und denkwürdiges Erlebnis. Ein großer, sehr schön dekorierter Saal bot dann die Kulisse für ein Grußwort des ehemaligen Israelischen Botschafters, aber auch für eine interessante Reise in den Jüdischen Motorradbau in Köln vor 1933, wunderbar vorgetragen von Horst Nordmann dem Experten für den historischen Kölner Motorradbau.

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www.koelner-zweiraeder.de

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Gemeinsam wurden wir dann noch zu einem koscheren Abendessen eingeladen. Auch dies war eine großartige und wunderbare Erfahrung mehr an diesem hoch emotionalen Tag. Voller Stolz konnte dann jeder von uns noch aus den Händen von Herr Krymalowski einen schweren Glaspokal mit Signatur zur Erinnerung an diesen Tag in Empfang nehmen.

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Der nächste Tag, Fronleichnam, und somit ein arbeitsfreier Feiertag, war für die Begleitung der Ride4Solidarity Biker nach Bendorf zum Schloss Sayn Wittgenstein Sayn vorgesehen. Bereits um 7:00 Uhr morgens positionierten sich 11 Bikes von uns, aber auch die beiden Ducatis (Respekt!) schon wieder vor der Synagoge, und nach herzlicher Begrüßung unserer noch etwas verschlafen aussehenden israelischen Freunde fuhren wir dann ein paar Minuten später durch das noch schlafende Köln erst in Richtung Autobahn, und dann im herrlichsten Sonnenschein, am Rhein entlang nach Bendorf, bei Koblenz. Bessere Fotomotive konnten wir den Israelis nicht mehr bieten, bis wir dann so gegen 9:00 Uhr das herrliche Anwesen des Fürsten Alexander zu Sayn Wittgenstein Sayn erreichten, der uns mit lauten und fröhlichen Willkommensrufen auf die Schlosswiese zum Parken einwies, wo er uns kurz danach zusammen mit seiner sehr charmanten und eloquenten Gattin herzlich begrüßte. Vor dieser Kulisse kamen nicht nur die zahlreichen Fotografen auf ihre Kosten, auch das israelische Fernsehen war aktiv drehend dabei.

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Munter plaudernd nahmen wir im Cafe des sogenannten Schmetterling Gartens ein kleines Frühstück ein, und ein anwesender Pfarrer hielt dann noch eine kleine, aber sehr schöne Biker Andacht ab. Den Segen gab es dann in Deutsch und von einem der israelischen Freunde auch auf Hebräisch.

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Natürlich war es mir eine Ehre, im Namen des 5th Season Chapter Cologne, allen Ride4Solidarity Bikern zum Abschied und zur Erinnerung ein schriftliches Grußwort und unseren Chapter Pin zu überreichen. Das ein oder andere Tränchen war deutlich sichtbar, als wir uns zum endgültigen Abschied dann noch einmal in den Armen lagen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto mit allen Beteiligten vor dem Schloss fuhren die Israelis weiter nach Frankfurt, und wir zurück in Richtung Köln.

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Am 06. Juli will die Gruppe zur Eröffnung der Makkabi World Games 2017 ins Teddy Stadium Jerusalem einfahren. Unsere guten Wünsche mögen sie begleiten und unser Chapter Pin soll dabei in der Sonne blinken!

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Fazit

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Ja, wir fahren Motorrad, ja, wir sind manchmal laut, und ja, wir sind positiv bekloppt. Gut so!

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Wir sind aber auch offen für den Blick über den Tellerrand, wir gehen auf andere gerne und ohne Vorbehalte zu. Dafür sind die Kölner in der HOG Welt bekannt und beliebt. Liebe Freunde, diese zwei Tage sollten uns so stolz machen, weil wir so viel erleben durften und gezeigt haben was wir sind:

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DAS BESTE CHAPTER DER WELT!

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Ich bedanke mich bei allen, die dabei waren und dazu beigetragen haben, dass wir dieses Event sicher nicht vergessen werden.

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Euer

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Jürgen

 

 

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