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Das gestrige Erste-Hilfe-Training war ein voller Erfolg. Die von Walter Starke sehr anschaulich dargestellten Fallbeispiele sind mir die halbe Nacht noch durch den Kopf gegangen, als ich am Sonntagmorgen um 6:22 Uhr von einem komischen Geräusch aus dem Schlaf gerissen werde. Das Telefon läutet! Sobald ich meine sieben Sinne einigermaßen auf Empfang geschaltet habe, gehe ich an den Apparat und vernehme: “Bei uns in Rösrath schneit es!!! Was sollen wir machen?”
Der Sonntagmorgen fängt also schon mal mit Chaos an! Sofort bin ich hellwach und im Organisationsmodus. Im Minuten-, ja beinahe im Sekundentakt tickern die WhatsApp-Meldungen von überall los. Jeder schildert seine aktuellen Wetterverhältnisse und Winnie und ich nehmen Kontakt mit dem ADAC auf, um direkte Info vom Veranstalter zu bekommen. Nach einigem Hin und Her informiert uns schließlich der ADAC, daß das Fahrsicherheitstraining ab 12:00 Uhr stattfindet. Bis dahin soll das Wetter wieder sonnig und warm genug sein.
Mittlerweile merke ich, daß in mir ein leichtes Hungergefühl sich Bahn bricht. Und als hätte er meinen Magen knurren gehört, meldet sich Reemt plötzlich mit dem Vorschlag, sich doch um 10:00 Uhr in Weilerswist im Restaurant “Zur goldenen Möwe” zum Frühstück zu treffen. Das ist für mich der Startschuß und so biete ich allen, die noch gemeinsam losfahren wollen, den Bonner Verteiler als Treffpunkt an. Kurz und gut, Karl und ich sind wohl die einzig übrig gebliebenen, die sich um 9:30 Uhr am Bonner Verteiler in Richtung Weilerswist auf den Weg machen.
Sicherheitshalber fahren Karl und ich doch mal zuerst zum ADAC; man weiß ja nie, ob vielleicht doch schon jemand da ist. Und siehe da, die Ersten sind tatsächlich schon vor Ort. Sofort wird mir klar, daß natürlich nicht alle heute Früh in der Informationskette involviert waren. In der morgentlichen Hektik ist das vollkommen untergegangen. Also nehmen wir einfach alle mit und fahren jetzt frühstücken.
Nach und nach treffen immer mehr Teilnehmer ein, so daß am Ende doch noch genügend Fahrer am Sicherheitstraining teilnehmen können. Drei Gruppen werden eingeteilt und den verschiedenen Instruktoren zugewiesen.
Jede Gruppe erhält eine theoretische Einweisung und dann werden zuerst die Reifen mal ordentlich warm gefahren. Ein jeder Instruktor hat so seine eigenen Ideen und sein eigenes Trainingsprogramm aber der Sinn eines Sicherheitstrainings besteht darin, die technischen und fahrerischen Möglichkeiten von Motorrad und Fahrer zu erfahren und zu trainieren. Dies insbesondere, um Gefahrensituationen besser begegnen zu können. Frank Palmen (der Erklärbär) hat sich was besonderes ausgedacht: “Laßt uns doch was Spaß auf einem Trial-Moped haben!” Und so versuchen wir uns mal zur Abwechslung durch einen eng gesteckten Parcours stehend auf einer Trial-Maschine zu schlängeln. Macht Spaß, ist aber richtig schwierig.
Im Laufe des Tages trainieren wir so ziemlich alles, was das Motorradfahren für uns so bereit hält: enge Kurven fahren, extrem langsam fahren, schnelle Kurven in extremer Schräglage, Hindernissen ausweichen, bremsen in Kurvenlage, Vollbremsung auf trockener und auf nasser Fahrbahn, usw. So vergeht der Tag ohne Langeweile aber voller Adrenalin und das bei schönstem Wetter. Wer hätte das am Morgen gedacht? Das Fazit des heutigen Tages lautet für mich: Die Motorradsaison beginnt erst so richtig, wenn ich das Gefühl für mein Motorrad nach einer langen Winterpause wieder erlangt habe. Und dazu ist das Fahrsicherheitstraining genau die richtige Veranstaltung.
Am Ende haben wir alle viel gelernt, einige sogar, wie man eine in die Knie gegangene Batterie wieder zum Leben erweckt. Aber das ist eine andere Geschichte.